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Swing-Trading -
Mit Schwung von Erfolg zu Erfolg

„Hin und her macht Taschen leer“, so lautete der Spruch, den ich in den jungen Jahren meiner Trader-Karriere immer wieder zu hören bekam. Ich gebe zu, auch ich konnte mit dieser Aussage ähnlich viel anfangen wie ein Formel1-Rennfahrer mit dem gut gemeinten Hinweis „fahr schön vorsichtig“.

Schließlich sollte die Welt mir gehören und es ist doch klar: wenn der Markt so schnell seine Richtungen ändert und sein Sägezahnmuster zeigt, sollte man doch auch daraus Profit schlagen können. So zumindest damals mein Plan.
Und so saß ich – zugegeben zunächst vor Aufregung, später vor Anstrengung oft nass geschwitzt – vor meiner Handelsplattform und handelte, was der Markt und die Tasten hergaben. Pro Stunde oft mehr als 100mal, also mitunter mehrmals pro Minute. Dabei zielte ich bei den Futures beispielsweise selten auf mehr als nur ein oder zwei Ticks, somit nur auf minimale Bewegungseinheiten, das sogenannte Scalping also.
Klingt super und hat auch Spaß gemacht, doch der Blick auf das Ergebnis am Ende dieser Handelssitzungen war vergleichsweise ernüchternd: im Durchschnitt beendete ich das kurzfristige Abenteuer mit einer wie ich es heute nennen würde „schwarzen Null“. Gemessen am Aufwand zumindest blieb einfach nicht genügend auf dem eigenen Konto hängen.
Natürlich gibt es die üblichen Verdächtigen, die für den fehlenden Erfolg verantwortlich gemacht werden: die viel zu hohen Gebühren beispielsweise. Natürlich spielen die Gebühren, gleichsam wie der Spread und das Slippage eine nicht unmaßgebliche Rolle beim Umgang mit den Mikrobewegungen, doch schon damals verfügte ich über ein Konto das angesichts eines nicht unmaßgeblichen monatlichen Fixbetrages durchaus mit den heutigen günstigsten Konditionen konkurrieren konnte.

Gebühren, Spread und Slippage sind ein wichtiges Argument

Allerdings gibt es zudem eine ganze Reihe anderer wichtiger Faktoren, die maßgeblich das Ergebnis beeinflussen, allesamt zumeist eher negativ. Inzwischen weiß ich, dass das richtige Geld nicht mit dem Scalping, sondern mit dem sogenannten Swing-Trading zu verdienen ist. Dabei geht es darum, den Markt auch mal gewähren und eine gewisse Weile laufen zu lassen. Hat der Markt nämlich erst mal eine Richtung eingeschlagen, dann lassen sich die Gewinne daraus vergleichsweise stressfrei einfahren.

Richtig wird mit Swings verdient

Dabei spielt es keine Rolle, ob der Swing für nur wenige Stunden, für einige Tage oder sogar für mehrere Wochen oder Monate läuft. Letztlich geht es nur darum, auf der Welle der vorherrschenden Bewegungsrichtung zu reiten und nicht schon viel zu früh abzuspringen oder gar baden zu gehen.
Es ist wohl typisch, dass insbesondere Anfänger gerade mit dem kurzfristigsten Handel anfangen wollen, weil dieser vermeintlich einfacher zu handeln sei. Schließlich – so hört man die jungen Trader argumentieren – könne man den Markt kurzfristig viel besser vorhersehen und außerdem müsse man nicht so lange auf das Ergebnis warten. Zumindest letzteres Argument scheint richtig, mit Sicherheit auch für die Trader-Psyche wichtig, allerdings nicht zielführend, wenn es um größere Gewinne geht.
Welcher Zeitrahmen beim Swing-Trading zu bevorzugen ist, hängt dabei natürlich von den persönlichen Vorlieben oder Vorgaben des Traders ab. Für mich selbst lege ich hier keine Limitierung fest, denn sehe ich eine tolle Bewegung für den aktuellen Nachmittag, so nehme ich diese genauso gerne mit, wie eine längerfristige Entwicklung über mehrere Wochen. Frei nach dem Motto, es geht mir nicht um die Dauer meiner Trades, sondern um die Renditen.
Mit diesem Ansatz als stabilem Handelsfundament kann ich dann an einigen ausgesuchten Handelstagen noch immer zur Tastatur greifen und meine Swing-Trades durch einige gezielte kurzfristige Trades aufwerten. Nie allerdings umgekehrt.

Rüdiger Born
Dieser Artikel stammt aus dem TradersJournal 17/09

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