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Einstieg per Close vs. Limit-Order

Es gibt mehrere Varianten für End-of-Day Trader, wie diese ihren Einstieg in einen Swing- oder Positionstrade timen können. Die Varianten die wohl mehr als 90% aller Entries abdecken, folgen einem dieser Schemata:

1. Einstieg per Close, also noch kurz bevor der Markt schließt
2. Einstieg via Limitorder für nächsten Tag
3. Einstieg via Stoporder für nächsten Tag
4. Einstieg am nächsten Morgen via Market(Bestens)-Order

Einen diskretionären Einstieg Intraday schließen wir für diese Untersuchungen dezidiert aus, da wir den Bereich der berufstätigen Swingtrader abdecken wollen. Sprich, man hat entweder abends noch vor Börsenschluss Zeit zu agieren, oder erst nach Feierabend vor der Eröffnung am nächsten Morgen.

Ich habe mich schon seit meinen Anfängen im Dailytrading für den entschlossenen Einstieg kurz vor Handelsschluss entschieden. Mehr instinktiv damals noch, ich wollte einfach von Anfang an bei einem Signal mit an Bord sein, und nicht nächsten Morgen eventuell den Kursen schon hinterher springen müssen. Diese Wahl habe ich nie bereuen müssen, bald folgende Untersuchungen haben dieser Variante noch den Rücken gestärkt.

Im Zuge des gerade neu aufgelegten Echtgelddepots AlpenTrader stellen sich diese Fragen wieder vermehrt für berufstätige Trader. Welche Variante hat klare Vorteile, wie groß sind die Abschläge wenn ich zu einem anderen Einstieg gezwungen bin etc.
Ich habe als Entscheidungshilfe für Swingtrader deshalb neue Vergleiche mit Performancezahlen hinterlegt.

Den Anfang macht diese Woche der Vergleich des Einstiegs MOC (Market on Close) mit einer Limitorder für nächsten Tag.

Einstieg MOC

Untersuchungsgegenstand waren Aktien aus dem ATX mit ihren Signalen aus dem Jahr 2008.
Mit dem vollzogenen Einstieg per Close wären das insgesamt
119 Trades geworden, mit den Kennzahlen
Total Profit = 58.000€
Profit Faktor = 4,59
Trefferquote = 65,6%
Ratio Avg. Win/Loss = 2,41

Die Performancekurve dazu:

Vorteile MOC:
  • du kennst sofort deinen Kaufkurs
  • du kannst den Spread beobachten, und bei einer teuren Ausweitung des bid/ask zuwarten oder ganz auf den Einstieg verzichten
  • du profitierst sofort von startenden Trends
  • da der Kaufkurs bekannst ist, können sofort die gewünschten Stopp- und Zielorder aufgegeben werden

Nachteile MOC:

  • ein zusätzliches Overnightrisiko
  • man muss vor Börsenschluss aktiv sein können, dadurch höherer Stressfaktor bei mehreren Signalen am gleichen Tag

Einstieg per Limit-Order

Und hier das Ergebnis, wenn ich am nächsten Tag per Limit in der Höhe des Schlusskurses eingestiegen wäre.

Einstiegsregel für Longsignale: gekauft wird, wenn der Kurs irgendwann im Verlauf des folgenden Tages kleiner oder gleich als der Schlusskurs des Signaltages ist.
Einstiegsregel für Shortsignale: verkauft wird, wenn der Kurs irgendwann im Verlauf des folgenden Tages höher oder gleich als der Schlusskurs des Signaltages sein sollte.

Gelangt die Order bis Handelsschluss des nächsten Tages nicht zur Ausführung, wird sie gelöscht und auf das nächste Signal gewartet.

Die gleichen Signale wie oben nun mit diesen Voraussetzungen für den nächsten Handelstag. In 25 Fällen wären die Trigger nie erreicht und die Order am Abend des nächsten Tages gelöscht worden, weil der Kurs sofort ansprang und nicht mehr das Niveau des Signaltages erreichte. Die Kennzahlen:

94 Trades
Total Profit = 34.000€
Profit Faktor = 3,97
Trefferquote = 64,9%
Ratio Avg. Win/Loss = 2,15

Die Performancekurve dazu:

Vorteile per Limit:

  • man bekommt oft günstigere Einstiegskurse zur Eröffnung.
  • kein unkontrolliert teurer Einstieg bei einem großen Eröffnungsgap in Traderichtung.
  • du hast bis zur Eröffnung am nächsten Morgen Zeit für die Orderaufgabe, ohne Stress

Nachteile per Limit:

  • du kennst deinen Einstiegskurs noch nicht
  • du weißt nicht welchen Spread du bekommst. In der hektischen Eröffnungsphase oder bei News kann dieser bei illiquideren Aktien rasch die halbe Tagesschwankung oder mehr auffressen
  • ohne den Einstiegskurs zu kennen, wird es auch sehr schwierig im Voraus sinnvolle Stopp- und Zielmarken zu setzen. Dadurch wird das Risikomanagement sehr erschwert, da man ja die Stückzahl eingeben muss, ohne zu wissen wie hoch das Risiko bis zum Stoppkurs sein wird.
  • springt ein Trade sofort in die gewünschte Richtung weg, ohne den Schlusskurs des Vortages zu berühren, ist man nicht dabei. Und das sind fast immer die besten Treffer.

Kein desaströser Einbruch, aber durchaus markant schlechter. Und dazu kommen die vielen Unsicherheiten bezüglich Spread und des wahren Einstiegskurses mit der Schwierigkeit der Stoppsetzung.
Man kann diese Variante wählen, wenn man wirklich keine Möglichkeit für einen Einstieg kurz vor Börsenschluss hat. Aber MOC ist trotzdem der klare Sieger in diesem Duell. Es folgen Vergleiche zum Einstieg per Stopp-Order (Hoch muss überboten werden für Long, Tief muss unterboten werden für Short), und der einfachen Market (Bestens)-Order.

Persönlich und für das nachvollziehbare Depot des AlpenTraders vertrauen wir jedenfalls weiterhin auf den Einstieg MOC.

Michael Hinterleitner
http://www.candletrading.de

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